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Wie bekannt unterscheidet Kant eine Anthropologie "in physiologischer Hinsicht" und eine "pragmatische" Anthropologie, aber die Anthropologie bleibt doch stets ein empirisches Wissen und besitzt eindeutig keine apriorische Universalität. Umso mehr muss man sich über eine Reflexion aus dem handschriftlichen Nachlass wundern, wo Kant eine "anthropologia transcendentalis" erwähnt. Bei allen Vorbehalten wegen der Singularität dieser Formulierung besitzt die Stelle eine wichtige Bedeutung und erfordert eine genauere Analyse. Denn in jener Reflexion erklärt Kant auch, dass der Gelehrte vermeiden müsse, ein "Cyclop" zu werden, das heißt die Phänomene mit nur einem Auge zu betrachten. Dies sei nämlich die Haltung des "Egoisten der Wissenschaft ", der "seinen Kräften zu viel zutraut". Jeder Arzt, Theologe, Jurist, selbst Geometer hat Kant zufolge "noch ein Auge nötig, welches macht, dass er seinen Gegenstand noch aus dem Gesichtspunkte anderer Menschen ansieht". Dieser Gesichtspunkt steht hier ausdrücklich mit der "Critik" und der "Selbsterkenntnis" des menschlichen Verstandes und der menschlichen Vernunft in Verbindung: die Anthropologie wird hier also nicht nur als "transzendental" charakterisiert, sondern sie wird auch in direkten Zusammenhang mit dem anderen entscheidenden zentralen Titelwort der reifen kantschen Philosophie gebracht: "Kritik".
Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion fügt sich Europa neu zusammen. Europa ist aber nicht nur ein Raum von Werten und Ideen, sondern auch ein Verkehrsraum. Das geteilte Europa war bestimmt von zerschnittenen Verkehrswegen, mit Endstationen an den Grenzen zwischen West und Ost. 1989 begann man, gerissene Linien wieder in Betrieb zu nehmen. Ohne einen einheitlichen und modernisierten Verkehrsraum kann es ein neues und vereintes Europa nicht geben. Entfernung und Nähe, Versorgung und Verteilung von Gütern, Ideen und Menschen sind ohne das Medium des Verkehrs nicht denkbar. Die 25 Autorinnen und Autoren greifen zentrale Aspekte des komplexen Themas Verkehr und dessen Bedeutung für eine moderne Geschichtsschreibung auf und zeigen, wie Europa im 20. Jahrhundert durch Verkehr und Mobilität gestaltet wurde.

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